WE WANT TO LIVE FOREVER. NOT ONLY INTO THE FUTURE BUT ALSO FROM THE PAST.

Slavs And Tatars: The Slavs, 032c, 2006

Alexander Egger ist Gestalter und arbeitet seit über 15 Jahren als Artdirector, Konzeptentwickler, Grafik- und Produktdesigner, Autor, Herausgeber und Kurator, Illustrator, Künstler und Musiker.

Sein Ansatz ist interdisziplinär und medienübergreifend. Schwerpunkte seiner Arbeit als Gestalter sind integrative Gesamtlösungen, strategische Markenentwicklungen, Cultural Communication und Editorial Design. Zu seinen Kunden gehören Institutionen aus dem öffentlichen und privaten Bereich, Agenturen, kulturelle Einrichtungen und kommerzielle Unternehmen jeglicher Größenordnung.

Ein häufig wiederkehrender Aspekt seiner Arbeit ist das Verhandeln von Grenzen, das Gegeneinander-Ausloten von Gegensätzen und das Sich-Abarbeiten an Restriktionen. Aus einem historisch befangenen Grenzgebiet in Südtirol stammend, ist er interessiert an Themen wie Politiken der Differenzierung und Integration, Machtgefügen, Kontrolle und Freiheit, Ordnung und Chaos, Sichtweisen, Symbolik, Bewertungs- und Bezugssystemen, Kategorien und Hierarchien, Identität und Sozietät, Strategien der Repräsentation und deren subversive Unterwanderung, Autonomie und Autorität. Transformation und Prozess: Nahtstellen und Schnittmengen sind ebenso spannend wie Verschiebungen, Überschreitungen, Umcodierungen, (Tabu-)brüche, Verschleierungen, Diskrepanzen und Neudefinitionen.

Kommunikation ist demnach immer eine wechselseitig und kontinuierliche Vermittlungstätigkeit zwischen einem Innen und einem Außen, das Verhandeln einer gemeinsamen – wenn auch prekären und per Definition temporären – Position oder Wahrheit. Kommunikation ist In-Beziehung-Setzen. Und somit eben nicht die Befriedigung eines Bedürfnisses nach Aufmerksamkeit, weder des eigenen noch eines Auftraggebers.

Gestaltung ist nie zeitlos, sondern ganz im Jetzt verhaftet (contemporary) und schafft—abhängig vom jeweiligen kulturellen, sozialen und nicht zuletzt wirtschaftlichen Umfeld—eine mögliche visuelle Rahmenbedingung für Inhalte. Sie kann nicht neutral sein, sondern ist aufgrund der Selektion einer bestimmten Form und dem daraus resultierendem Ausschluss aller andern Darstellungsweisen immer auch Kommentar und Interpretation des Transportierten. Gestaltung stellt also eine mögliche Form eines Inhaltes zum Zwecke der Kommunikation zur Disposition und ist Ordnungssystem, Sinnsuche und Standpunkt zugleich. Eine fast schon manische Leidenschaft und eine gewisse Integrität sind für diese ambigue Arbeit hilfreich.

Nach Stationen in Mailand und Wien lebt und arbeitet Alexander Egger seit 2011 in Berlin und manchmal auch anderswo.