I am talking about the interforms of communication / the interstages of thought / I am talking about the intercultures of emotion / why should not that be the only world.
Inger Christensen: Det, 1969
Die Arbeitsweise von Alexander Egger basiert auf einer Ausdifferenzierung eines konzeptionellen und strategischen Ansatzes. Eine kritische Evaluation, eine diskursive Auseinandersetzung mit der Materie und eine experimentelle Herangehensweise durch einen nach innen und außen offenen Gestaltungsprozess zeichnen viele seiner Arbeiten aus.
was nicht ist, ist möglich
Grafische Gestaltung organisiert Inhalte visuell und stellt somit ein mögliches Ordnungssystem als Rahmenbedingung für Kommunikation zur Disposition. Eine permanente Analyse und Revision dieser künstlich geschaffenen Möglichkeitsfelder führt letztlich zu Bewegung und somit einer Verschiebung des Ist-Zustandes: Die Bildung einer Identität erweist sich als ein laufender Prozess des Sich-Abarbeitens an selbiger und ist nach dem Formkalkül von George Spencer-Brown ein Innenraum, der ein Außen voraussetzt und impliziert. Vielmehr als um Ästhetizismen (als Ausdruck eines etablierten gemeinsamen Nenners) geht es dabei um Sinn-Werdung, eine Sinnhaftigkeit der Form. Identität entsteht aus Engagement: aus dem Bedürfnis die Welt aus einer (selbst-)bewussten Position heraus aktiv mitzugestalten und somit Relevanz zu erzeugen.
Repräsentative monolithische Marken stagnieren, wenn deren visuelle Identität auf Vereinheitlichung und Gleichschaltung, auf Konservierung von Ideen und Werten unter dem allmächtigen Dach der Brand abzielt. Zeitgemäße Identitäten sind vielschichtig und multidimensional, flüssig oder gasförmig, anti-hierarchisch, poststrukturalistisch, sozial organisiert und mit Schwarmintelligenz ausgestattet, im permanenten Werden, widersprüchlich und vor allem auch paradox: transparent und geheimnisvoll (weil nie zur Gänze fassbar), komplex und einfach, emotional und analytisch. Innovation beschreibt den Grad der Veränderung im Spannungsfeld zwischen Risiko und Sensibilität, Evolution ergibt sich aus dem Willen, Dinge anders zu denken.